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Yoga für Krebspatienten: Warum eine spezielle Ausbildung notwendig ist

Aktualisiert: 14. Jan 2019

Von Gaby Kammler


Eine Krebserkrankung ist eine einschneidende und lebensverändernde Situation, die einen Menschen von heute auf morgen sowohl körperlich als auch emotional vor große Herausforderungen stellt. Viele Betroffene können jedoch in dieser schwierigen Lebensphase die Erfahrung machten, dass Yoga sie auf diesem Weg positiv begleiten und ihnen neue Kraft und Ruhe schenken kann. Eine speziell auf Krebspatienten abgestimmte Yogapraxis, der Kontakt zum Yogalehrer sowie der Austausch mit anderen Yogaschülern kann in dieser schwierigen Zeit sehr hilfreich sein. Geeignete Atemübungen (Pranayama), Yogapositionen (Asanas) und Meditationen helfen dabei die Zeit der Behandlungen und auch danach zu erleichtern.

Dabei spielt es keine Rolle, an welchem Punkt der Patient sich befindet:

Ob gerade erst die Diagnose Krebs gestellt wurde, er sich aktuell in Behandlung befindet oder nach einer Behandlung wieder neue Kraft gewinnen möchte - Yoga kann fast immer in allen Stadien praktiziert werden, wenn die Yogastunde individuell auf den Yogaschüler und auf die speziellen Bedürfnisse von Krebspatienten ausgerichtet ist. Zu Beginn ist vor allem eines wichtig: Fühlt der Yogaschüler sich gut aufgehoben? Kann der Yogalehrer die spezielle Situation nachempfinden und so eine stabile Basis zum Aufbau von Vertrauen zwischen Schüler und Lehrer anbieten?


Yoga für Krebspatienten kann nur mit fundiertem Wissen hilfreich sein


Sehr verbreitet ist der Glaube, dass bereits eine sanfte und ruhige Yogastunde den speziellen Anforderungen von Krebspatienten gerecht werde. Eine sanfte Yogastunde, die für gesunde Menschen konzipiert wurde, kann jedoch für einen Krebspatienten aufgrund seiner besonderen Situation gar nicht machbar oder unangenehm sein, bestimmte körperliche Übungen sollten sogar vermieden werden. Neben dem Wissen über die passenden Asanas, ist es für den Yogaschüler außerdem von großer Bedeutung, dass der Yogalehrer Gefühl und Empathie für seine besondere Situation mitbringt. Nur wer sich wirklich in diese schwere Situation hineinversetzen kann, ist in der Lage, neben körperlicher Stärke auch emotionale Kraft mit auf den Weg zu geben.

Yogalehrer, die Krebspatienten auf ihrem Weg begleiten, müssen über fundiertes Wissen der Erkrankung verfügen. Wie können bestimmte Krankheitsverläufe aussehen, welche aktuellen Krebstherapien gibt es und welche Symptome und Nebenwirkungen können diese mit sich bringen? Nur wer das speziellen Wissen über den Verlauf einer Krebserkrankung besitzt, kann eine geeignete Yogastunde für seine Schüler konzipieren.


Die Mobilisation des Körpers und bestimmte Lagerungen, die die Yogapraxis sanft unterstützen, können je nach Therapieform und aktuellem Befinden des Yogaschülers in jeder Yogastunde anders aussehen. Um kompetent unterrichten zu können, ist es sehr wichtig, dass der Yogalehrer weiß, welche individuellen Bedürfnisse sein Schüler zu einer bestimmten Zeit seiner Therapiephase mit in die Yogastunde bringt. Yogastunden während der Chemotherapie oder Bestrahlung sollten völlig anders gestaltet werden, als der Unterricht nach Abschluss aller Behandlungen. Mit Sicherheit gibt es während der Behandlungsphase oft Tage an denen sich die Krebspatienten völlig erschöpft, müde und antriebslos fühlen. In diesen Phasen dennoch die Kraft aufzubringen und den Alltag zu meistern - und sogar eine Yogastunde zu besuchen - fällt hier oft schwer.

Ein gut ausgebildeter Yogalehrer kann jedoch genau dort ansetzen und speziell ausgewählte Asanas oder einfache Atemtechniken vermitteln, die nachhaltig entspannen, eine tiefe innere Ruhe entstehen lassen und eigene Ressourcen mobilisieren. Die Aufgabe des Lehrers ist hier, dem Schüler durch seine Hilfestellung Alternativen aufzuzeigen und kleinere Übungen mit auf den Weg zu geben, die auch zu Hause praktiziert werden können, wenn es wieder einmal einen nicht so guten Tag gibt.


Ebenso wichtig ist es auch körperlich neue Kraft zu schenken und Patienten ein neues positives Körpergefühl zu vermitteln. Um eine stärkende Praxis aufbauen und seinen Schüler zu neuen Schritten ermuntern zu können, muss der Yogalehrer die körperliche Situation in den einzelnen Behandlungsphasen der Erkrankung sehr genau kennen.Mehr noch: wer sich als Yogalehrer gut auskennt, ist in der Lage, Yogasequenzen anzubieten, die typische Nebenwirkungen von Krebstherapien lindern können.


Stärkung auch von Innen


Dabei ist die emotionale Belastung, die eine Krebserkrankung mit sich bringt, nicht zu unterschätzen: Ängste, Sorgen und negative Gedanken gehören ab dem Zeitpunkt der Diagnose zum täglichen Leben häufig dazu. Ausgewählte Meditationen, die durch den ausgebildeten Yogalehrer angeleitet werden, können helfen mit diesen Gefühlen besser umzugehen, emotional stabil zu sein und positive innere Bilder zu entwickeln. Auch wenn es nur einige Minuten der tiefen inneren Ruhe sind, welche die Yogaschüler durch die gemeinsame Meditation erfahren, haben diese vielleicht die Kraft, neuen Mut für die nächsten Tage und Wochen zu verleihen, notwendige Behandlung besser durchzustehen und positiv nach vorne zu schauen.

Vertrauen gehört natürlich in jeder Yogastunde mit dazu, spielt jedoch im Kontext einer Krebserkrankung eine noch größere Rolle. Als Yogaschüler möchte man sich sicher sein können, dass der Yogalehrer die passenden Übungen auswählt und außerdem ein Verständnis für die besondere emotionale Situation mitbringt. Hier kommt es oft auch auf scheinbare Kleinigkeiten an, wie beispielsweise eine geeignete Sprachwahl, mit der die Yogastunde angeleitet wird. Allgemeine Empathie ist zwar sehr wichtig, aber erst das umfassende Wissen und Verständnis des Yogalehrers kann die Praxis für den Schüler zu einer wirklich hilfreichen Yogastunde machen, die neue Kraft in dieser besonderen Situation schenkt.


Yoga & Krebs Ausbildung vermittelt Kompetenzen


Um Yoga für Krebspatienten anzubieten, ist es unerlässlich eine spezielle Weiterbildung als Yogalehrer zu absolvieren. In unserer Yoga & Krebs Ausbildung beschäftigen wir uns intensiv mit den verschiedenen Bausteinen und bauen sowohl fundiertes Wissen im Bereich der Krebserkrankung auf als auch in der Umsetzung einer geeigneten Yogapraxis. Auch für den Yogalehrer ist diese Weiterbildung eine sehr intensive Erfahrung. Gerne möchten wir an dieser Stelle einige Stimmen der Teilnehmer für sich sprechen lassen:


„Ich möchte mich nochmal ganz herzlich für die tolle Ausbildungswoche bedanken. Es war ein sehr ausgewogener Mix aus Wissensvermittlung, Erfahrung und Praxis. Die ganzheitliche Yogabetrachtung hat mir dabei sehr zugesagt!“

„Noch einmal vielen Dank für das Wissen und die Erfahrungen aus dem Workshop. Für mich ist der Umgang mit Menschen mit einer Krebserkrankung auf alle Fälle unkomplizierter geworden. Ängste sind mir genommen worden und ich habe konkrete Vorstellungen, wo ich mich in der Zusammenarbeit mit ihnen einbringen kann. Ich denke, ich kann Mut machen und bewegen - körperlich und geistig - und damit etwas zum Positiven verändern.“

„Die Woche hat bei mir so viele Türen geöffnet. Dafür bin ich dir sehr dankbar.“
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